Kursleiter: Frau Juliane Merkel
Qualifikation: Kunsttherapeutin
Zielgruppe: Schüler der Klassen 4-10
Inhalt und Anliegen des künstlerischen Förderunterrichtes
Die aufbauenden Kräfte jedes Kindes haben immer und jederzeit den Drang, malerisch plastisch tätig zu sein. Das Kind formt ganz aus sich heraus malend oder plastizierend an der Welt. Indem der künstlerische Förderunterricht der „grobgesprochen", in diesen beiden Feldern tätig ist, an den inneren Drang des Menschen anknüpft, fördert er die Entwicklung des Kindes und vertieft die Pädagogik.
Kinder, deren Entwicklung ins Stocken geraten ist, die Schwierigkeiten haben dem Unterricht zu folgen, aus welchem Grund auch immer, die Einseitigkeiten aufweisen oder unsoziales Verhalten, Entwicklungsstörungen u.v.a.m. können durch das künstlerische Tun wieder Anschluss finden an eine harmonische Entwicklung. In den künstlerischen Förderunterricht kommen die Kinder einzeln oder in kleinen Gruppen und nach Absprache mit dem Lehrer und dem Schularzt erfolgt ganz individuell die Förderung. Da kann durch Naß-in-Naß-Malen Stockendes in Fluss gebracht werden, durch Formenzeichnen Ausgewogenheit, Harmonie und Ordnung geübt werden.
Zeichnerische Techniken (Kohle, Buntstifte, Pastell…) regen Vorstellung, Leben und Denken an. Plastisches Arbeiten mit Ton, Wachs usw. dient der Raumorientierung (für Legastheniker besonders wichtig), der Willens- und Sinnesschulung, der Auge – Hand -Koordination usw. Des Weiteren beziehe ich das Origami – Falten, welches zu Genauigkeit, Vorstellungskraft, Ordnung … erzieht und die Filztechnik in die Arbeit ein.
Das Filzen in therapeutischer Weise dient ebenfalls hervorragend der Auge – Hand – Koordination, der Schulung des Willens, der Sprachförderung, des logischen Denkens, der Stärkung des Selbstwertgefühles und ganz allgemein geht vom Umgang mit Schafwolle und der warmen Seifenlauge eine beruhigende, stimmungsaufhellende Wirkung aus. Über die Themenwahl innerhalb der gewählten Technik kann ebenfalls an bestehen-den Problematiken gearbeitet werden.
So kann z.B. ein Kind, welches zu aggressiven Ausfällen neigt, durch intensives Arbeiten an „Grenzen" z.B. zwischen 2 Farben beim Malen oder beim plastischen Arbeiten am Innen und Außen (Ton und Filz) nonverbal und über den gesamten Menschen (Leib, Seele, Geist) dieses Verhalten ablegen lernen. Ein Anderes verharrt vielleicht in Kleinkindhaftem Verhalten obwohl schon 15 Jahre alt. Hier ist es möglich über eine Arbeit an einer Entwicklungsreihe (eines folgt den nächsten, baut darauf auf) in Bildern oder im Plastizieren diesen Schritt innerlich so intensiv mit vollziehen zu lassen, dass die Stauung behoben wird, ohne es verbal direkt anzusprechen. Es handelt sich dabei immer um einen Weg der Zeit, Ruhe und intensive Zuwendung erfordert.
Allein die individuelle Ansprache und die besondere Atmosphäre einer Eins — zu — eins — Betreuung ermöglicht vielen Kindern einen weiteren Entwicklungsschritt. Dies sollte eigentlich jedem Kind innerhalb seiner Schulzeit einmal eine Zeitlang geschenkt werden können — ob nun Auffälligkeiten wahrgenommen werden oder nicht.
Mit künstlerischer Förderarbeit kann auch im Sinne von Hygiene gearbeitet werden, Seelenhygiene. Wichtigstes Kriterium für die künstlerische Förderarbeit ist immer der Raum, die Atmosphäre, die während der Arbeit zwischen mir als Therapeuten und dem Kind entsteht. An dieser sozialen Plastik arbeite ich sehr intensiv in jeder Stunde.
14.05.2012
02.05.2012
30.03.2012